Die I-Ging-Legung

Draußen vor dem Tempel — drinnen wartet Herr Hao am Feuer auf deine Frage.

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Die I-Ging-Legung

Wähle drei Münzen oder fünfzig Stängel, stell deine Frage und wirf sechsmal — Herr Hao deutet dir das Hexagramm.

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I-Ging-Legung mit Herrn Hao

Drei Münzen oder fünfzig Stängel · sechs Linien · ein Zeichen

Ein alter Meister liest die wandelnden Linien

Herr Hao kennt das I-Ging aus der Zeit, in der es entstand. Er liest nicht nur das Zeichen, sondern die Bewegung dahinter.

Der Brauch will es so: erst die Frage, dann der Wurf. Denn wer ohne Frage würfelt, wirft blind — und wer erst nach dem Zeichen fragt, sucht nur noch die Bestätigung. Stell Herrn Hao deine Frage, halte sie im Sinn, während du die Linien ziehst. Aus den sechs Linien wächst dein Hexagramm: Urzeichen, Bild, wandelnde Linien und Wandlungszeichen.

Herr Hao ist eine erfundene KI-Figur, die als Meister des I-Ging weiterlebt. Seine Deutung ist ein Bild, das dir hilft, deine eigene Lage zu sehen — keine Vorhersage.

Schritt 1 — die Frage stellen

Bevor du wirfst, denk an deine Frage. Herr Hao liest das Hexagramm im Zusammenhang mit ihr — je klarer deine Frage, desto deutlicher seine Deutung.

Keine Ja-Nein-Frage, sondern eine offene: „Was ist die Natur dieser Situation?“ „Was sollte ich über … wissen?“

Schritt 2 — wie du wirfst

Zwei Wege zum Hexagramm. Beide führen zum selben Ziel: sechs Linien, von unten nach oben, jede entweder Yin (zerbrochen) oder Yang (ganz).

Die drei Münzen Schnell und überall machbar. Drei Münzen, sechsmal geworfen — die Werte verteilen sich symmetrisch um die Mitte.
Die fünfzig Stängel Das alte Ritual der Zhou-Zeit. Aus den fünfzig Stängeln wird einer beiseitegelegt; mit 49 wird sechsmal eine Linie gezogen — für große Fragen.

Schritt 3 — die Linien werfen

Sechs Linien, von unten nach oben. Halte deine Frage dabei im Sinn.

Im Spiel wirfst du, indem du den Stapel anklickst — sechsmal, je Klick eine Linie. Sie fällt verdeckt und wendet sich erst, wenn alle sechs liegen.

Schritt 4 — Herrn Hao lesen lassen

Sechs Linien ergeben dein Hexagramm. Herr Hao liest es dir gleich — Urzeichen, Bild, wandelnde Linien und die Bewegung dahinter.

Kostet 2.90 CHF oder 3 Credits. Credits sind kostenlos — du bekommst sie in deinem Konto.

Wie Herr Hao liest

Ein Hexagramm ist keine Antwort, sondern eine Bewegung.

Bei wandelnden Linien besteht ein Hexagramm aus zwei Zeichen: dem Urzeichen, das die gegenwärtige Lage beschreibt, und dem Wandlungszeichen, das die Richtung der Veränderung zeigt. Dazwischen liegen die sechs Linien — sie sind die Schritte des Weges, und eine wandelnde Linie zeigt, wo gerade etwas kippt.

Herr Hao deutet nicht die Einzelbedeutungen nebeneinander. Er liest den Vorgang als Ganzes: Wo beginnt die Bewegung, wo staut sie sich, wo löst sie sich, wohin führt sie. Daraus entsteht seine Deutung — deine Lage in der Bildwelt des I-Ging: Wasser, Strom, Berg, Mond, Himmel, Bambus, Donner, Wind, Feuer, Erde.

Die Texte des I-Ging stammen aus Richard Wilhelms Übersetzung (1924, gemeinfrei) — der Standardübertragung im deutschen Sprachraum.

Die beiden Wurf-Verfahren

Münzen und Stängel führen zum selben Ziel — nur der Weg unterscheidet sich.

Münz- und Stängel-Methode erzeugen wandelnde Linien gleich häufig — bei beiden etwa jede vierte Linie. Der Unterschied liegt in der Verteilung der Werte: Bei den Münzen ist sie symmetrisch, die Extreme 6 und 9 treten je zu einem von acht Würfen auf, die mittleren Werte 7 und 8 je zu drei. Bei den Stängeln fällt das stabile Yin am häufigsten, während die wandelnde 6 nur in einem von sechzehn Fällen auftritt. Beide Verfahren sind richtig.

Die Stängel-Methode ist die ältere: Schafgarbe (Achillea millefolium), 49 Stängel, dreimal geteilt und gezählt, sechsmal wiederholt. Die drei Münzen sind die schnellere Volksmethode, die sich erst in der Tang-Zeit durchsetzte.

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